Besuch im KZ ging unter die Haut

Klasse 10c des Güstrower John-Brinckman-Gymnasiums auf Studenfahrt in Polen/in Majdanek mit Zeitzeugen gesprochen

Güstrow

Obwohl die Mehrheit der Personen, über die man im Geschichtsunterricht spricht, schon längst gestorben ist, kann der Unterricht durchaus lebendig sein. Das hat auch die 10c des Güstrower John-Brinckman-Gymnasiums festgestellt, als es für die Schüler vom 29. Januar bis zum 2. Februar nach Polen in die Stadt Lublin auf Studienfahrt ging. Finanzielle Unterstützung für diese Fahrt erhielt die Klasse durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern und  von der Bethe-Stiftung. Organisiert wurde die Fahrt nach Polen von der Europäischen Akademie Mecklenburg-Vorpommern aus Waren. Fünf Tage waren die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrern Julia Hastädt und Karsten Böger unterwegs, zwei Tage waren für die Hin- und Rückfahrt gedacht.

 

 

Es fand eine Führung durch die Altstadt von Lublin statt, bei der die Geschichte der jüdischen Bevölkerung aus Lublin erläutert wurde.

Den Höhepunkt der Fahrt stellte der Besuch im Konzentrationslager Majdanek dar, der den Jugendlichen unter die Haut ging. Viele Baracken waren noch erhalten, ebenso wie eine Gaskammer, die Waschräume und die von den Insassen geschaffenen Denkmäler.

Als sehr eindrucksvoll wurde auch die Sammlung der originalen Schuhe vieler KZ-Häftlinge empfunden, die in einer Baracke ausgestellt waren. 

Bei der Gruppenarbeit beschäftigen sich die Schüler unter anderem mit den Widerstandsbewegungen, Fluchtversuchen, den Täterinnen und den Kindern im KZ.

 

Das wohl bewegendste Erlebnis war das Zeitzeugengespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Zdzislaw Badio, der den Schülern von seiner Geschichte erzählte und seine Erlebnisse vom Konzentrationslager Majdanek schilderte. Es gab im Voraus die Möglichkeit, Fragen an Zdzislaw Badio zu stellen. Sehr respektvoll hörten die Schülerinnen und Schüler aus Güstrow dem älteren Mann zu, der mit 17 Jahren ins Konzentrationslager kam und vier Monate die Hölle von Majdanek miterleben musste.

 

Paula Rädke


Zeitungsartikel erschienen am 17. Februar 2017 im Güstrower Anzeiger der Schweriner Volkszeitung 

 

 

Statements zur Studienfahrt

Leon

"Es war sehr beeindruckend im KZ zu sein und sich vorzustellen, was genau hier passiert ist. Ich fand es gut direkt an der Stelle des Geschehens zu lernen und sich das einmal anzusehen. Meiner Meinung nach war die Lernbereitschaft vor Ort besser als in der Schule."

Paula

"Ich fand die Fahrt nach Polen sehr gelungen.

Der Aufenthalt im Hostel war sehr angenehm. Für mich waren die rund 900 km Busfahrt angebracht, weil ich finde, dass es besser ist praktisch zu lernen, anstatt nur darüber zu lesen."

Lukas

"An dem Ort zu sein, an dem passiert ist, worüber wir im Unterricht reden war für mich sehr emotional. Vor allem sich das einmal vor Ort anzusehen und mehr über dieses Thema zu erfahren. Meiner Meinung nach hat sich die lange Busfahrt echt gelohnt."